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Kriegsopfermuseum Saigon: Geschichte in der Gegenwart

WAR Remnants Museum, Bao Tang Chung Tich Chien Tranh

Im Stadtteil Sai Gon in Ho-Chi-Minh-City ist es das meistbesuchte Museum. Ich bin während meines 1 wöchigen Aufenthalts in HCMC vor Ort gewesen. Hier könnt ihr meinen Reisebericht dazu lesen.

Eintritt: 40.000 Dong

Öffnungszeiten: Tägl. 7.30 Uhr – 18.00 Uhr 

Geschichte

Das Museum wurde 1975 kurz nach Kriegsende eröffnet und hieß ursprünglich “Museum der amerikanischen und chinesischen Kriegsverbrechen”. Der Titel wurde 1994 geändert, da dieser eher abschreckte als Besucher anlockte (Quelle: Stefan Loose).

Ausstellungen

Im Gebäude gibt es mehrere Ausstellungsräume zu verschiedenen Themen. Die Geschichte zum Vietnamkrieg wird sehr ausführlich behandelt. An einer Timeline wird die Vorgeschichte zum Indochina Krieg und die Kolonialherrschaft seit 1858 durch Frankreich, sowie der Kriegsbeschluss der Amerikaner 1965, beschrieben. Ihr habt die Möglichkeit den Text dazu zu lesen oder euch durch den Audioguide berieseln zu lassen (wahlweise in Englisch oder Chinesisch). Die Dokumentation des Vietnam Krieges ist jedoch sehr einseitig, Straftaten der Vietnamesischen Armee und der Vietcong werden an keiner Stelle erwähnt. Über mehrere Etagen könnt ihr in stark klimatisierte Räume gehen und euch die Fotos ansehen (Tipp: nehmt euch ein Jäckchen mit). Vorab, es ist definitiv nichts für Zartbesaitete. Die Fotos und Darstellungen zeigen die volle Brutalität eines Krieges: Leichen, auch zerstückelt, Massaker, Vergewaltigungen (angedeutet) tote Kinder, viele Menschen mit Behinderungen die durch Agent Orange herbeigeführt wurden und andere Gräueltaten. Was mich persönlich sehr geschockt hat, war eine Box in der ein verstümmeltes  konserviertes Baby lag. Ich kann nicht sagen ob das Baby “echt” war oder eine Nachbildung. Ich fand es mehr als verstörend und verließ den Raum.

Im Erdgeschoss des Gebäudes könnt ihr euch mit Reisesouvenirs ausstatten. Von da gelangt ihr in den Außenbereich. Dort erwarten euch Panzer, ausgediente Hubschrauber und Bomben in einem sattgrünen Umfeld, umrahmt von Palmen und Blumensträuchern. Zum Schluss könnt ihr euch zwischen dem Kriegsschrott auf Holzbänken setzen um euch die Streetart verschiedener Künstler an den Wänden anzusehen.

Mein Fazit

Gemischtes Gefühl: Die einseitige Berichterstattung fand ich nicht optimal. Ich kann aber sehr gut verstehen, dass die Vietnamesen nur diesen Ort haben, um das zu verarbeiten was damals geschehen ist. Vielleicht ist es genau deswegen richtig, die Sicht der Anderen auszulassen. Das Museum wimmelt von Touristen, manchmal auch sehr unpassend und repektlos in FlipFlops, Kaugummi kauend und Badehose gekleidet, andere sehr in ihren Gedanken und mit erschütternden Gesichtsausdruck. Einige Monate später kann ich mich noch sehr genau an meinen Besuch im Museum erinnern, danach habe ich Saigon anders wahrgenommen. Mir sind extrem viele Vietnamesen mit Handicaps aufgefallen. Das Giftgas Agent Orange verursacht bis heute noch Geburten mit Behinderungen durch Genmanipulationen (lies dazu diesen weiterführenden Link). Viele Krankheiten resultierten aus dem Giftanschlag.

Einige Fotos habe ich euch mitgebracht. Mehr zum Vietnam Krieg könnt ihr bei Wikipedia nachlesen (oder in dieser Zusammenfassung). Mehr zu Vietnam findet ihr hier auf meinem Blog.

Ihr habt noch Fragen? Gerne beantworte ich diese in den Kommentaren.

Fahrt mit dem Rad zum Stützpunkt
Symbolisches Bild für die Kinder im Krieg
Brief an Obama von einem Opfer des Giftes Agent Orange
Kriegszeichnungen von Kindern
Ausgedienter Panzer

Hobbyreisende und Teilzeitbloggerin mit einem Faible für Asien. Jobs fill your pocket, adventures fill your soul

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